Vodafone

Unterschlagene Briefe aus dem Jahr 2007
Heute erreichte mich ich ein eher ungewöhnliches Schreiben von der Thüringer Polizei, die mich nicht persönlich antraf und daher eine Notiz in meinen Briefkasten warf. Bei Mitteilungen von solchen Institutionen denkt man ja immer an das Schlimmste, doch war der Inhalt eher harmlos. Im November 2008 stellte die Polizeidirektion zahlreiche Briefe sicher, die aus einer Unterschlagung durch einen ehemaligen Zusteller der Firma PIN-Mail stammten. Die Staatsanwaltschaft hat daraufhin festgelegt, dass alle Briefe persönlich und nur gegen Unterschrift an den Empfänger zu übergeben sind.
Also trat ich heute nach der Arbeit meinen Weg zur Polizeiwache an, in Erwartungshaltung, welche Briefe mir da wohl unterschlagen wurden… Der erste Brief stammt von vodafone, die sich am 26.11.2007 (!) dafür bedanken, dass ich weiter Kunde bleiben will [wobei, von wollen konnte damals keine Rede sein - ich habe die Kündigungsfrist nur ganz knapp verpasst und man wollte sich mir gegenüber nicht gnädig zeigen]. Der zweite Brief hat schon etwas Nostalgisches: Absender ist die Kabel Deutschland GmbH mit einer Rechnung für November 2007. Heute ist es so, dass der Kabelnetzbetreiber von seinen Internetkunden erwartet, dass sie die Rechnungen aus dem Internetportal selbständig abrufen. Eine Rechnung in Papierform ist zwar möglich, kostet aber 1,50 € pro Monat.
Zu gern würde ich die Gründe der Unterschlagung kennen! Die PIN Group war Ende 2007 vehement gegen die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in der Post-Branche und kündigte zahlreichen Mitarbeitern bzw. drohte mit Entlassungen. Möglicherweise gibt es ja hier eine Kausalität. Wäre es an dem, könnte ich eine Unterschlagung nicht mal verübeln.
Welche guten oder schlechten Erfahrungen habt ihr dieses Jahr im Mobilfunk- bzw. Telekommunikationsbereich gemacht? Diese Frage stellt Matthias in einer Blogparade. Dazu jetzt mein Beitrag:
Ich bin seit dem Jahr 2000 Kunde bei Vodafone (damals noch Mannesmann-Mobilfunk). Bisweilen versuchte ich, den 24-Monatsvertrag kurz vor Ablauf einfach erst mal zu kündigen und auf die Reaktion des Mobilfunkanbieters zu warten. Da ich mich dabei parallel über Angebote anderer Anbieter informierte, konnte ich den Preis für ein neues Handy bei Vodafone immer noch ein bisschen drücken und schließlich die Kündigung zurückziehen. Sie versuchen um jeden Preis den Kunden zu behalten.
Was mich bei Vodafone allerdings immer störte, waren die ständigen Anrufe, mit der Absicht „meinen Vertrag zu optimieren“, was am Ende darauf hinauslief, mir eine zweite SIM-Karte anzudrehen. Wer übrigens am Telefon nachgibt und es später bereut, hat die Möglichkeit, Fernabsatzverträge binnen 14 Tage zu widerrufen:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich widerrufe o.g. Vertragsangebot gemäß § 355 Abs. 1 BGB. Die Vodafone-Karte erhalten Sie in Anlage zurück. Zudem möchte ich Sie bitten, in Zukunft von telefonischen Angeboten und Tarifberatungen abzusehen.
Mit freundlichen Grüßen
Mit diesem Dreizeiler haben die Verkaufsanrufe endlich aufgehört.
Ende 2007 allerdings verpasste ich die rechtzeitige Kündigung genau um eine Woche! Resultat: der Vertrag verlängert sich dadurch um ein ganzes Jahr. Keine Kulanz durch Vodafone, nur eine rote Hand auf dem Computer im Callcenter, die dem Mitarbeiter verständlich macht, dass meine Kündigung einfach mal zu spät erfolgte. Bei solchen Methoden ist klar, dass ich diesem Anbieter „jetzt erst Recht“ den Rücken zuwende. Seit November bin ich nun bei T-Mobile, der Vodafone-Vertrag läuft demnächst aus.
Ähnlich schlechte Erfahrungen habe ich bei Arcor gemacht. Aufgrund eines Umzuges wollte ich meinen DSL/Telefon-Vertrag auf die neue Adresse mitnehmen. Geht aber nicht so leicht! Zwar lässt sich der Vertrag an der alten Adresse kündigen, aber die Mindestvertragslaufzeit beginnt an der neuen Adresse noch einmal von vorn. Daher habe ich mich für einen anderen Anbieter entschieden und musste bis zum Ende der Mindestvertragslaufzeit des Anschlusses an der alten Adresse noch die Grundgebühren an Arcor zahlen. Ist ein bisschen wie Erpressung, aber Vertrag ist Vertrag.
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