Kennt ihr das? Ihr sitzt in eurer warmen Stube gemütlich vor dem Fernseher – denkt an nichts Böses – bis es auf einmal kratzt. Nicht am Fenster, sondern im Hals. Direkt in eurem Hals! Ufff…
Am besten man cancelt schon mal alle Termine der nächsten Tage. Wenn jetzt wirklich dass folgt, was immer folgt, wenn es mal im Hals kratzt, dann gute Nacht! Man legt sich schnell schlafen und hofft, alles Böse würde durch das Immunsystem im Schlaf bekämpft. Schließlich geht man fast jedes Wochenende in die Sauna, dreht Runden an der frischen Luft, isst täglich n Stück Obst und hat den Fast Food-Konsum schon derbe reduziert.
Dieser Wunschtraum endete bei mir am Samstagmorgen, denn aus dem leichten Kratzen im Hals wurden richtige Halsschmerzen. Und dann kam auch noch Fieber dazu – eklig. In so einem Fall bleibt man nur noch im Bett liegen, kocht sich ab und zu einen Tee und wartet einfach ab. Irgendwann begrüßt man den alten Freund „Schnupfen“ und prüft rasch, ob noch genügend Taschentücher vorrätig sind.
Viel Zeit zum Nachdenken hat man ja im Bett. Die Entscheidung, ob man am Montag zum Arzt geht oder sich schniefend auf Arbeit schleppt, wird dadurch aber nicht leichter. Zu Schulzeiten musste ich dann immer noch zwischen den Ärzten abwägen. Da gab es Ärztin #1: Zu ihr bin ich gegangen, wenn es mir richtig dreckig ging. Sie scheint sehr kompetent – soweit ich das beurteilen kann – ist ansonsten aber eher nüchtern. Und Ärztin #2, die sich der Homöopathie verschrieben hat und jedes noch so kleine Wehwehchen mit einer langen Krankschreibung getröstet hat. Manchmal machte sie mir aber schon Angst. Sie teste mit einer Art Wünschelrute, welches Globuli mich am besten von meiner Krankheit befreit. Scary! Mittlerweile gehe ich nur noch zu Ärztin #1.
Sehr schön sind übrigens immer die Gespräche im Wartezimmer, für den nicht unwahrscheinlichen Fall, zwei Patienten kennen sich irgendwoher. Ich spiele da gerne Mäuschen. Die zwei älteren Damen, die mir heute gegenüber saßen, reisen beide gern nach Ägypten, wohnen beide im Plattenbau und mögen es nicht, wenn dort Hunde gehalten werden, eine hält sich mit Kiwi gesund, die andere verträgt keine Kiwi und bevorzugt daher Mango…
1 Kommentar zu Wo ist die Armee der Abwehrkräfte?
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Heeey, die Globulis kenn ich noch. Selbst wenn man ne totbringende Krankheit…oder nur nen halbstündigen Juckreiz an der Fußsohle hat…man bekommt das gleiche “Medikament”.